Projekt Rock (Demos)

Wie Audrey

Wie körperlicher Schmerz,
Sie gehen zu sehen,
Wie ein vertriebenes Herz
Mit diesem Wellenhaarwehen.

Sie schreibt von Prominenz,
Und sie denkt im Kleinsten
Ich glaube ehrlich, wenn's
Nach mir ging, wünschte ich...

Tagtraum

Lauter drehen, lauter sein,
Gegen Güterzüge summen.
Mit viel mehr Dezibel
Als ursprünglich vorgenommen.

Von Hamburg nach Köln,
Und von Zülpich bis zur Saar.
Mit den Fingern spielen,
Die Gitarre steht schon da.

Songs wie kleine Welten,
Sci-Fi für die Seele.
Für den Hampel im Mann,
Für das Kratzen in der Kehle.

Spät

Ich will schreien lauter als der Sturm
Und will glauben, dass du mich hörst.
Ich will wissen, wohin wir gehen,
Ich will wissen, dass du mich führst.

Ist es schon zu spät?
Es kommt mir spät vor.
Ist es schon zu spät?
Ich hab doch keine Uhr.

Paderborn

Hinten blinkt es wie
Schnee aus Paderborn,
Und lockig weiß von vorn.

In einer Freitagnacht
Im Westen dieser Republik,
Der einzige Gast bin ich.

Plastikblumenthekenwand,
Und im Blumenkasten döst
Französischer Sand.

Seit heut ein Lied zu schreiben
Für mein Songbook
Aus Träumereien.

Lied vom Meer

Wohin ich auch geh',
Es glänzen die Paläste.
Und ein paar wenige
Feiern rauschende Feste.

Die Rechten sind links,
Die Linken sind rechts.
Die Grenzen verwischen,
Ist das gut oder schlecht?

Das ganze Land
Riecht nach Leichenstarre.
Einer zieht eine Knarre,
Und einer die Kandarre.

Ich geh...

Das "Café Erinnerung" ist geschlossen,
Keiner schmutzt auf die Decke.
Die Munition ist leer geschossen,
Ein Häufchen Elend in der Ecke.

In diesem Café ungestört rauchen,
An den Zähnen Staub, sonderbar.
Den Kaffee schwarz und brauchend,
Wie viele Spinnen zählt ein Jahr?

Heimatspuren

Wohin ich geh, bin spurenlos,
Auf der Fahrt von Ort zu Ort.
Bin ich ständig unterwegs,
Wirst Du mich erwarten?

Dort, wo der Ozean sich selber lauscht,
Wo der Bergwind mit den Tälern plauscht.
Wo die Fichten Mädchennamen tragen,
Wo die Wolken sich zu tarnen wagen.

Etwas Schönes

Ich will Dich lachen hören,
Heute Nacht und die nächste.
Und wenn Du lieb bist,
Vielleicht sogar ewig.

Du bist die Sturmflut,
Und Du bist der Ozean.
Du bist das Holzfloß,
Auf dem ich treiben kann.

Du bist etwas Schönes,
Was für ein Zeitvertreib
Für die Zwischenzeit!
Du bist ein Versprechen,
Komm schon, lös es ein!

Eigene Stadt

Ein dunkler Keller voll Musik,
Mit John und Paul im Hinterkopf.
Die Sprache, die uns liegt,
Und ein Prinzip mit Namen Bloch.

Mit jedem Ton ein neues Land,
Mit jedem Lied ein neuer Klang.
Alle Regler gerichtet auf das Ziel,
Auf ein paar Rillen in Vinyl.

Ich hab im Norden gelebt,
In einer Sturmstadt hoch am Meer.
Wo das Wasser wie ein Gebet
An alle Ufer schlägt.

An diesem Donnerstag

An diesem Donnerstag,
An dem die Welt verbrennt.
Ich teile Anteilsschuld,
Und der Tag vergeht verschenkt.

Verzweiflung trifft es nicht,
Ist unerheblich.
Nenn mich jämmerlich,
Nenn mich schwach und eklig.

Ich zähl die Zähne,
In meinem Mund.
Ich dreh die
Wortwahlnummer "Ungesund".

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