Zwischenbericht „Monitor“

Anfang Januar 2008 stieß ich irgendwie auf die Ausschreibung des Panikpreis 2008 der Udo Lindenberg-Stiftung. Eine klare Ansage gab es da: Einzureichen wären ein Song, der sich mit Udo auseinandersetzt, einer, der Hermann Hesse berührt und ein Song freier Wahl. „Keine Panik auf der Titanic – das machen wir“, sagte Herr Zuther und plötzlich begann das Projekt Monitor. Fast vier Jahre nach dem Abschluss unseres ersten gemeinsamen Albums ProTon Sessions 2004, das Martin und mich durch viele wunderbare und aufregende Konzerte getragen hat, saßen wir nun wieder zusammen, um mit allen verfügbaren Instrumenten unsere „Vision“ von „Music for the Masses“ zu verwirklichen.

Wie sich sowas dann entwickelt: Wir fingen an mit einer aktualisierten Version des Puzzlesteinmädchen, weil sich dort ein Hesse-Zitat versteckt. Und als dann der Drum-Computer durch ein handgespieltes Schlagzeug ausgetauscht und der Synthi-Bass zu einem wummernden, groovenden E-Bass geworden war, da – ja da stand plötzlich die Richtung fest: Wir alten Herren versuchen uns auf unsere alten Tage an einem Rockalbum.

Und so wurde dann aus dem uralten, 1997 in Hamburg getexteten Goodbye, das unter den rubberthongs unser großer Rocksong war und dessen deutsche Übersetzung von Hern Zuther neu komponiert sich als Abgesang auf die ProTon Sessions 2004 gerettet hat, der Udo-Lindenberg-Anspielungsrocker Den Hut ab. Die Idee wurde deutlicher: Wir verzichten auf technischen Schnickschnack, wir probieren aus, was geht, wir laufen unsere Umwege durch die Rockgeschichte.

Nun – fast zwei Jahre später – ist die erste Zwischenstation erreicht: Martin verlässt Köln und wir haben es tatsächlich geschafft, in den letzten Monaten (fast) ein ganzes Album in der Rohfassung aufzunehmen. Ein Album, auf dem wir unsere Version von Stoner-Rock (Lautstark) und Prog-Rock (Tagtraum), von Protestsong (Unhaltbar) und Reggae (Wie Audrey), von der großen Pathos-Geste (Nicht okay) und der zerbrechlichen Ballade (Es bricht mein Herbst, M6), von 70s-Disco-Groove (Sturmstadt) und Klassik-Folk (In dieser Stunde, M4), von Alt-Country (Aus dem Spiel) bis hin zu Wohlfühl-Pop (Dezemberwind, M2) untergebracht haben.

Ja, der Weg ist noch lang: Martin wird noch ergänzende Aufnahmen machen müssen, wir wollen noch eine abschließende Piano-Ballade ergänzen, es gilt Spuren zu sortieren, zu mischen und zu mastern, es wird noch zu designen und zu duellieren, abzurunden und anzuecken sein. Aber der erste Schritt ist geschafft. Der Monitor ist auf der Reise!

Und er wird von sich hören lassen…

Ole Löding – 23. November 2009